Foto: Miha Krofel

Der Braunbär gehört zu größten (Bellemain, 2004) und mit seiner holarktischen Verteilung (Nordamerika und Eurasien), auch zu den individuenstärksten Art der insgesamt acht Bärenarten (Swenson et al., 2000). Sein natürlicher Lebensraum sind dichte Wälder, subalpinen und alpinen Gebiete, aber auch die Wüste und Tundra (Bellemain, 2004).

Vom frühen Pleistozän an war der Braunbär in ganz Eurasien (Schreve und Curant, 2003) mit Ausnahme der großen Inseln wie Gotland (Schweden), Irland, Island, Korsika und Sardinien(Zedrosser et al., 2001) verbreitet. Menschen und Bären verbindet eine über 500 000 Jahre andauernde gemeinsame Geschichte (Turk, 2003). Im Pleistozän waren der Mensch und der Bär direkte Konkurrenten für Nahrung und Unterschlupf. Es ist auch bekannt, dass die Menschen die Bären zur Abdeckung von Grundbedürfnissen nutzten (Fell, Nahrung, persönliche Dinge aus Fangzähnen und Knochen, Verwendung von Knochen und Mark) (Schreve und Currant, 2003). Später kam es zu einem Anwuchs der Bevölkerungsdichte, Jagd und Zerstörung des Lebensraums aufgrund von Rodungen und Ackerbau, führte dazu, dass Bären aus zahlreichen Gebieten vertrieben wurden (Zedrosser et al., 2001).

Im Jahre 2000 gab es ca. 50 000 Bären (14 000 davon außerhalb Russlands) in Europa, auf einer Fläche von über 2,5 Mio km² (800 000 km² – ohne Russland) (Swenson et al., 2000) Tabelle 1 fasst die geschätzte Größe der europäischen Bärenpopulationen zusammen. Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Zahlen mittels unterschiedlicher Methoden entwickelt wurden und deshalb nicht voll vergleichbar sind. Man weiß, dass es sehr schwierig ist Bärenpopulationen zu schätzen und dass eine Vielzahl von Zahlen, speziell jene die auf Sichtungen beruhen, überschätzt sind. Schätzungen im Südosten Europas werden zum Großteil mittels Zählungen von Jägern an Futterstellen, 2x jährlich, berechnet. Diese Schätzungen basieren auf der nicht-getesteten Annahme, dass 80-90% der Population die Futterstellen besucht, aber nicht mehr als nur eine Futterstelle. Skandinavische Schätzungen basieren auf Hochrechnungen, aber in diesem Fall basieren sie auf Verhältniszahlen zwischen markierten und unmarkierten Bären die über 2 Jahre beobachtet wurden, was dann auf den Rest des Bärengebiets hochgerechnet wird (Zedrosser et al., 2001).

TABLE 1_Population size_Europe

Species distribution map

Aufteilung der Braunbären in Europa 2006-2011.
Dunklen Zellen: dauerhafte Auftreten. Graue Zellen: gelegentliche Auftreten.

Von: Kaczensky et al. 2012. Status, management and distribution of large carnivores – bear, lynx, wolf & wolverine – in Europe.

REFERENZEN

  • Schreve D.C., Currant A.P. 2003. The Pleistocene history of the brown bear with particular reference to the western palaearctic. V: Living with Bears. A large European Carnivore in a Shrinking World. Kryštufek B., Flajšman B., Griffiths H. I. (eds.). Ljubljana, Ecological Forum of the Liberal Democracy of Slovenia in cooperation with the Liberal Academy, 27-39
  • Sweson J.E., Gerstl N., Dahle B., Zedrosser A. 2000. Action plan for the conservation of the brown bear (Ursus arctos) in Europe. Council of Europe, Strassburg, France.
  • Zedrosser A., Dahle B., Swenson J.E., Gerstel N. 2001. Status and management of the brown bear in Europe. Ursus 12: 9-20