AKTION C.1 – Konfliktbewältigung in Hot-Spot Arealen – organischer Abfall

Braunbären sind hochintelligente und opportunistische Allesfresser, die sehr schnell verfügbare Nahrungsquellen ausfindig machen können. Wenn solche Nahrungsquellen wiederholt in der Nähe von menschlichen Siedlungen gefunden werden, kann es passieren, dass Bären ihre Scheu vor den Menschen verlieren (Habituierung). Manchmal beginnen sie auch eine Verbindung zwischen Menschen und Futter herzustellen (Futterkonditionierung). Das führ zu schwerwiegenden Konflikten, die oft zu einem Abschuss des problematischen Bären führen.

Die langfristige Erhaltung der Braunbären im Projektgebiet ist hauptsächlich davon abhängig, inwiefern die Koexistenz mit Menschen funktioniert. Das Zusammenleben ist derzeit bedroht durch häufige Mensch-Bär Konflikte, die oft hervorgerufen werden durch habituierte Bären, die sich regelmäßig Siedlungen nähern und die dort nicht nur die Menschen in Furcht versetzen, sondern auch Schäden verursachen.

In Moment ist sich nur ein relativ geringer Anteil der lokalen Bevölkerung darüber im Klaren wie man erfolgreich Mensch-Bär Konflikte verhindert. Allgemein besteht der größte Irrglauben darin, dass die Anzahl der Bären die Anzahl der Konflikte beeinflusst. Das ist der Grund, warum das Töten von Bären oft als die einzig erfolgsversprechende Methode zur Konfliktlösung empfunden wird. Es gibt allerdings weit einflussreichere Faktoren als die Bärendichte, wie die Verfügbarkeit von menschlicher Nahrung um Siedlungen oder Schutzmaßnahmen für Bienenstöcke und Nutztiere. Leicht zugängliche Nahrungsquellen in Siedlungsnähe sind der Hauptgrund für Habituierung und ziehen die Bären in die Nähe der Dörfer. Deshalb ist es essentiell Bären den Zugang zu Müll, Obstplantagen, Nutztieren und andere Nahrungsquellen rund um und in menschlichen Siedlungen zu verwehren.

In dieser Aktion werden innerhalb eines identifizierten Konflikt Hot-Spots die problematischsten Müllcontainer verbessert oder ausgetauscht um diese bärensicher zu machen.

Ebenso werden bärensichere Container für Biomüll konstruiert und an ausgewählte Gemeinden und Haushalte verteilt.

Neben Müll und Biomüll-Containern spielen illegale Mülldeponien, speziell in der Nähe von menschlichen Siedlungen, eine wichtige Rolle. An diesen Müllhalden werden oft auch Schlachtabfälle entsorgt, welche ganz besonders anziehend auf Bären wirken. Solche illegalen Mülldeponien werden ausgeforscht und durch die jeweilige Verantwortlichen entfernt. Es werden auch Schutzvorkehrungen für legale Mülldeponien installiert um Bären den Zugang unmöglich zu machen.